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Rathäuser sind besondere Gebäude.

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Rathäuser sind besondere Gebäude.

Daran hat uns Herr Switala erinnert, indem er sagte, dass das Rathaus das Herz einer Gemeinde sei. Dass ein Rathaus eine symbolische Bedeutung besitzt, können wir an historischen Gebäuden ablesen.

Das Rathaus in Osnabrück zum Beispiel ist Ausdruck des Selbstbewusstseins der erfolgreichen Bürgerschaft in der Renaissance, die eigene Machtansprüche mit einem repräsentativen Bau bekräftigte.

Die Behördengebäude der Kaiserzeit wie zum Beispiel die ehemalige Bezirksregierung in Osnabrück mit ihrer prunkvolle Fassade mahnen die Bürger untertänigste Gehorsam an.

Der Rat der Gemeinde ist angetreten, ein neues Rathaus zu bauen.

Wir alle wissen um die dringende Notwendigkeit, den Bürgerinnen und Bürgern der Gemeinde ein angemessenes Umfeld bei den notwendigen Behördengängen zu bieten und den Verwaltungsmitarbeiterinnen und -Mitarbeiter nicht länger die unwürdigen Arbeitsbedingungen des jetzigen Rathauses zuzumuten.

Diese Ziele unterstützt die grüne Fraktion uneingeschränkt.

Es   geht hier aber um mehr als nur um Ergonomie und Datenschutz

Die Zeiten, wo mit der Architektur die BürgerInnen   eingeschüchtert wurden,   sind zum Glück vorbei.

Eine moderne Verwaltung sollte bürgernah, transparent und kostenbewusst sein. So auch das Rathausgebäude.

Eine Gemeinde ist auch eine Serviceeinrichtung für die Bürgerinnen

und die Bürger und sollte sich als solche präsentieren .

 

Wieviel Rathaus wollen wir für Bissendorf?

 

Die gute Tradition des Rates, abwechselnd in den Schulen der Gemeinde zu

tagen, hat sich bewährt und ist bürgernah, dies möchten wir fortführen. Die Aulen der Schulen bieten dafür genug Platz.

Je nach Tagesordnung kommen die Zuhörerinnen aus den entsprechenden

Gemeindeorten.

Daher finden wir die vorgesehenen Sitzungsäale und Fraktionsräume überflüssig.

 

Die Nähe der Verwaltungsangebote zu den Bürgerinnen und Bürgern wird,  gerade in einer Flächengemeinde wie Bissendorf, auch durch Zweigstellen in den grösseren Ortsteilen gewährleistet.

Bürgerbüros in Schledehausen und zukünftig auch in Wissingen sind für uns selbstverständlich.

Dies sollte bei der Anzahl der Büroräume im Gebäude berücksichtigt werden.

 

Welche Belastungen werden auf uns zukommen?

Die Gemeinde finanziert den Neubau durch Neuverschuldung, daher sollte das

neue Verwaltungsgebäude nicht mehr als das Notwendige bereitstellen. Wir haben

beim Kindergarten Bissendorf diesen Grundsatz auch befolgt.

Die Schulden für den Rathausbau gehen zu Lasten der anderen notwendigen Investitionen, zum Beispiel für die Schulen und die Kindergärten.

Bei einem Bau nach Passivhausstandard sollten wir mit max. 1500€/m² rechnen (ohne Grundstückskosten). Die Größe des neuen Rathauses entscheidet über die Verschuldung der Gemeinde für die nächsten 30 Jahre. Jeder Quadratmeter zählt.

 

Eine geplante Nutzfläche von 1404qm - nur für die Verwaltung - bedeutet mehr als eine Verdoppelung der jetzigen Fläche von 600qm! Bei konstanter Personalstärke sollte man selbst bei großzügiger Planung mit einer Verdoppelung der jetzigen Fläche, also mit etwa 1200 qm auskommen. Dies wäre eine Bruttogeschossfläche unter 2000 qm. Zu vermietende Gewerbeflächen bedeuten ein hohes Finanzrisiko und können daher von uns nicht unterstützt werden.

 

Kreative Lösungen sind gefragt.

 

Wir sollten über mögliche Alternativen nachdenken, um die Neubaufläche möglichst gering zu halten: Welche Verwaltungsdienste könnten per Internet angeboten werden?  Welche Abteilungen mit geringem Publikumsverkehr könnten Räume in bestehenden Bürogebäuden mieten?

Welche Dienste können in den anderen Ortsteilen angeboten werden?

 

Wir fordern Transparenz und Bürgerbeteiligung bei den Entscheidungen für den Neubau.   Eine umfassende Information der Bürgerinnen und Bürger ist dringend notwendig und entspricht dem Anspruch einer bürgernahen Verwaltung. Die geplante Grösse des Rathauses und die zu erwarteten Kosten sollten veröffentlicht werden. Die BissendorferInnen haben ein Anrecht zu erfahren, in welchem Umfang die Schuldenlast der nächsten 30 Jahre für das neue Rathaus ansteigt.

Zugunsten eines breiten Dialogs in der Gemeinde sollten wir den Termin für die Entsendung der Auslobungsunterlagen vom 31.7. auf die Zeit nach der Sommerpause verschieben

 

 

Redebeitrag in der Ratssitzung vom 12.7.2012

Marie-Dominique Guyard

Fraktionssprecherin

Aktualisiert ( Samstag, den 15. September 2012 um 11:13 Uhr )  

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