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Die Strompreislüge

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In den letzten Jahren ist der Strompreis in Deutschland stetig gestiegen. Alleine zwischen den Jahren 2000 und 2011 von 13,64 auf 24,95 Cent/kWh. Auch in den kommenden Monaten und Jahren wird mit einer Erhöhung der Preise gerechnet.

Sind die Erneuerbaren Energien die Ursache?

Dazu muß man den Strompreis zunächst mal in Relation zu den fossilen Energien setzen: Von 2000 bis 2011 stieg der Rohölpreis von 28 US-Dollar pro Barrel auf 95 US-Dollar pro Barrel, also um 340%, der Preis von Erdgas (in Europa) hat sich ebenfalls mehr als verdreifacht und der Steinkohlepreis stieg von 42 €/t auf 106 €/t um 252%.

Ursache dafür ist der weltweit gestiegene Energieverbrauch, wobei gleichzeitig die Lagerstätten für konventionelle Energieträger langsam zur Neige gehen (Stichwort: „peak-oil“). Davon sind übrigens auch die Uran-Vorkommen nicht ausgenommen.

Klar ist, dass das auf die Stromerzeugungs-Kosten durchschlägt.

Verglichen mit dieser weltweiten Erscheinung ist ein Strompreisanstieg um 183% noch relativ gering, auch wenn es uns als Verbraucher hart trifft.

Grafik mit der Strompreisentwicklung seit Einführung des EEG, Foto: gruene.de (CC BY-NC 3.0)

So verteuert Schwarz-Gelb den Strom

Die Bundesregierung nimmt die Industrie in großem Umfang von der EEG-Umlage aus. Die Einnahmeausfälle von 4-5 Milliarden Euro pro Jahr müssen Privathaushalte und kleine und mittelständische Unternehmen bezahlen.

Die von der Bundesregierung eingeführte Marktprämie verursacht Mehrkosten von bis zu 500 Millionen Euro. Die Marktprämie soll Erzeuger von Erneuerbaren Energien belohnen, wenn sie ihren Strom zu Hochzeiten, wenn das Netz also voll ist, nicht einspeisen. So wird die Entwicklung der Erneuerbaren Energien gebremst.

Besonders absurd: Gerade die Branchen mit großem Energiebedarf profitieren von den Erneuerbaren Energien, denn durch den zusätzlich eingespeisten Ökostrom sinkt der Börsenpreis für Strom. Bundesregierung und Energiekonzerne verschweigen gerne, dass der Strompreis an der Börse im Vergleich zu 2008 um 3,5 Cent pro Kilowattstunde gesunken ist. Doch anstatt die Preissenkung an die privaten Haushalte weiter zu geben, stecken die Energiekonzerne sie in die eigene Tasche. Damit fallen die Stromrechnungen für die privaten Haushalte aktuell 3 Milliarden Euro zu hoch aus.

 

Kohle- und Atomsubventionen auf Kosten der Ärmsten

In Deutschland wird die Energieproduktion schon seit langer Zeit subventioniert. Aber erst seit den rot-grünen Regierungsjahren fließen die staatlichen Förderungen endlich nicht mehr in dreckige oder gefährliche Energieformen, sondern zunehmend in Erneuerbare. Kohle und Atom haben bis 2010 insgesamt 408 Milliarden Euro Subventionen erhalten. Erneuerbare Energien dagegen nur 28 Milliarden Euro. Dabei sind die externen Kosten, die durch Umweltzerstörung, Luftverschmutzung, Klimawandel, Endlagerung des Atommülls, etc. entstehen, noch nicht einmal miteinberechnet. Das zeigt: Nicht die Erneuerbaren, sondern Kohle und Atom treiben die Energiekosten in die Höhe!

Wir wollen den weiteren Ausbau der Erneuerbaren Energien vorantreiben und die Kosten fair verteilen!

 

Wir GRÜNE schlagen daher vor:

- die Anforderungen an die besondere Ausgleichsregelung im EEG wieder auf den Stand von 2008 zurückzuführen. Ausnahmereglungen sind demnach nur zulässig, wenn der Stromanteil eines Unternehmens mindestens 20 Prozent an den Gesamtproduktionskosten beträgt und es einen Jahresstromverbrauch von mindestens zehn Gigawattstunden aufweist. Wir wollen zudem, dass künftig die Außenhandelsintensität des Unternehmens berücksichtigt wird, also die Frage, inwieweit es im direkten, globalen Wettbewerb steht.

- Unternehmen, die von den Strompreissenkungen durch Erneuerbare Energien profitieren, müssen sich auch an deren Kosten beteiligen. Unternehmen, die durch Ausgleichsregelung und Eigenstromregelung begünstigt werden, sollen deshalb eine EEG-Umlage in Höhe von 0,5 Cent pro Kilowattstunde zahlen.

- das Marktprämienmodell sowie die damit verbundene Zahlung einer Managementprämie werden abgeschafft, die Liquiditätsreserve nicht erhöht.

- die von Schwarz-Gelb neu eingeführten Begünstigungen bei den Stromnetzentgelten rückgängig zu machen.

Mit diesem Sofortprogramm können mehr als drei Milliarden Euro an Zusatzbelastungen für Privathaushalte und Mittelstand vermieden werden. Damit ist Klima, Unternehmen und Privathaushalten mehr geholfen als mit Showgipfeln und Eckpunktepapieren à la Altmaier.

Autor: Felix Hummel

www.gruene.de/themen/atomausstieg-energiewende/warum-der-strompreis-steigt.html

Aktualisiert ( Mittwoch, den 17. Oktober 2012 um 19:43 Uhr )  

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