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Bedauern ist jetzt angesagt...

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Bedauerlich ist allerdings nicht nur, dass Solarlux nun Bissendorf verlassen will, sondern eben auch, dass die Erklärung dafür nur dem Wirken einer Bürgerinitiative und einer fünfköpfigen Ratsfraktion, die als einzige gegen die Aufstellung des Bebauungsplans 'Natberger Feld' gestimmt hat, zugerechnet wird.
Hier reden sich einige Herrschaften die Welt einfach! Wer glaubt denn ernsthaft, dass es nicht auch andere wesentliche Beweggründe für einen Umzug nach Melle gibt. Die Solarlux-Geschäftsleitung spricht von einem intensiven Abwägungsprozess, was nicht verwundert, angesichts der vielen Standortfaktoren, die wirtschaftlich relevant sind.

In Bissendorf gab es jahrelang eindeutige Mehrheiten für das Freihalten des Natberger Feldes für Solarlux. Das Unternehmen konnte sich bis heute sicher sein, dort siedeln zu dürfen, da die Rahmenbedingungen schon im Verfahren um Koch geklärt wurden.
Den Gegnern eines Bebauungsplanes geht es um den Erhalt des Natberger Feldes und um das ernsthafte Bemühen um alternative Flächen, um diese bedeutsame Landschaft vor willkürlichem Zugriff zu schützen. Und das äußern sie.

Von Beginn an haben wir als Grüne die BI Schönes Natbergen darin unterstützt, das Natberger Feld als kulturhistorisch bedeutsame Landschaft so zu erhalten wie es ist. Die sachlichen Begründungen dafür finden sich u.a. im Regionalen Raumordnungsprogramm und einigen Grundlagenplanungen der Gemeinde selbst wieder. Diese Quellen sehen nicht vor, egoistische Neigungen zu unterstützen, sondern sie bewerten nach Kriterien, die allgemein nachvollziehbar sind.

Geradezu beschämend sind die Interpretationen des Demokratie-Begriffes, die uns aus der NOZ-Berichterstattung entgegenschlagen. Die Äußerungen des Bürgermeisters und der Fraktionsvorsitzenden der CDU und CNI/FDP suggerieren: 'Demokratie ist, wenn alle sich dem Denken und Handeln der Mehrheit anschließen.'
Wir sehen das anders. Wir können nicht nachvollziehen, was im Zusammenhang mit einer offenen Diskussion in einer frei gewählten Vertretung 'pseudodemokratisch' sein kann. Gerade die Stimme einer Minderheit ist in einer Demokratie ein hohes Gut. In diesem Zusammenhang sind die Unterstellungen von Herrn Halfter mehr als unangemessen.

Wir sind uns sicher, dass die Arbeitsplätze bei Solarlux auch in Zukunft erhalten bleiben, vermutlich wird es dort weitere neue geben, denn auch das ist Sinn und Zweck einer unternehmerischen Expansion. Sehr verwunderlich wäre es, wenn die Bissendorfer Beschäftigten nicht weiter beschäftigt würden. Einige werden einen längeren Weg zur Arbeitsstelle haben, andere wiederum werden es leichter haben.

Die Grünen werden auch weiterhin dafür eintreten, dass das Natberger Feld nicht bebaut wird. Darüber hinaus fordern wir eine grundlegende Reform des kommunalen Finanzausgleichs, damit der flächenfressende, kommunale Wettstreit um die Ansiedlung von Gewerbebetrieben auf der grünen Wiese um jeden Preis endlich aufhört und ländlich geprägte Gemeinden mit hohem Wert für Wohnen und Freizeit nicht ins Hintertreffen geraten. Angesichts der Möglichkeiten der Städte Osnabrück und Melle wird es Bissendorf immer schwer haben, Gewerbeflächen günstig und ohne Konflikte anzubieten. Die Gefahr ist also groß, dass sensible Flächen wie das Natberger Feld diesem Wettstreit geopfert werden. Und das zu verhindern ist ebenso wichtig wie die moderate Weiterentwicklung von Gewerbeflächen.

 

Claus Kanke

Aktualisiert ( Dienstag, den 16. Juli 2013 um 05:01 Uhr )  

Kommentare 

 
#2 Ralph Griesinger 2013-07-17 09:07
Eins wird gerne vergessen:
Wenn Koch damals nach Natbergen gekommen wäre, wären für Solarlux genau 10ha übrig geblieben. Nun brauchen die jetzt aber 13ha - müßten heute also ebenso nach Melle gehen (und es ist kaum anzunehmen, dass die Verlegung früher erfolgt wäre, wenn Koch gekommen wäre).
Und Koch zahlt wegen des hohen Invests noch lange kaum Gewerbesteuer...
 
 
#1 Carolin 2013-07-17 07:42
wenn es nicht so traurig wäre, wäre es fast amüsant. jahrelang benutzen cdu und spd solarlux, um ihre gewerbepolitik durchzusetzen, weil der erste versuch mit der spedition koch fehlgeschlagen ist und es massiv bürgerproteste dagegen gegeben hat. und nun, wo die ganze sauerei aufgeflogen ist, sollen sie es gewesen sein. da wird der bock zum gärtner. umgekehrt ist es. bi ind grüne sind zu recht ziemlich empfindlich bei dem thema geworden, weil die verwaltung falsch spielt und nun einen schwarzern peter braucht.
 

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