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Vollzug

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Nun können wir das Ergebnis sehen: Die einst stolze Allee am Gut Stockum hat sich dem Einheits-Landschaftsbild angepasst. Ignoranz und Bequemlichkeit haben obsiegt.

Zur Erinnerung: Der Bürgermeister hatte Anfang dieses Jahres einseitig und ohne Abstimmung im Rat beschlossen, die Alleebäume zu fällen. Voraus ging dem eine Ankündigung vom Frühjahr 2015, dass "aus Gründen der Verkehrsicherheit und der Hiebreife"(!) die Pappeln zwischen der Hochspannungsleitung und der Einfahrt zum Gut Stockum im Winter 2015/16 gefällt werden sollten. Nachdem dann  zwei Winter lang nichts passiert war, wurde am 1. März dieses Jahres - nach Beginn der Brutperiode - eine Ausnahmegenehmigung beim Landkreis (Untere Naturschutzbehörde UNB) beantragt.

Hierzu muß man wissen, dass Baumreihen grundsätzlich geschützt sind. Eine Ausnahmegenehmigung kann nur unter besonderen Umständen erteilt werden, die hier jedoch nicht vorlagen. So gab es z.B. kein Gutachten über den tatsächlichen Zustand der Bäume. Auch sind aktuelle Gefährdungen durch herabfallende Äste nicht bekannt geworden (noch nicht mal nach dem großen Gewittersturm im Juli dieses Jahres waren nennenswerte Äste auf der Straße zu finden). Auch wurde nicht geprüft, ob ein Rückschnitt einzelner Äste ausgereicht hätte. Daher gab Anfang März der Bürgermeister dem Protest von Anwohnern und der Grünen Ratsfraktion erstmal nach und ließ die Fällarbeiten einstellen. Auch das erforderliche Gutachten wurde endlich eingeholt. Allerdings nicht von einem Sachverständigen, sondern von einem Baumfäll-Unternehmen, das - oh Wunder - feststellte, dass die ganze Allee von der Bahnlinie bis Gut Stockum nicht mehr verkehrssicher sei.

Daraufhin wurden 30 einzelne Bäume gefällt, um eine "provisorische Verkehrssicherheit" herzustellen.

Alle Fragen zu dem Vorgang wurden seitdem vom Bürgermeister beharrlich ignoriert.

Insbesondere wollte die Fraktion der GRÜNEN wissen: Was haben die Arbeiten bisher gekostet und was wird die Fällung der ganzen Allee kosten? Wurden Angebote - differenziert nach Aufwand und Erlös des Holzes - eingeholt? Wurden Angebote für eine Kronenpflege der Bäume eingeholt? Wurden Alternativen zur Fällung geprüft? Warum wurde die Angelegenheit nicht dem Rat zur Entscheidung vorgelegt? (hierzu ist anzumerken, dass entgegen der Berichterstattung in der Presse die Fällung bisher keineswegs im Rat beschlossen wurde, es wurde lediglich dem zuständigen Ausschuß kurz über das Vorhaben berichtet).

Erst Ende August entschloss sich dann endlich der Bürgermeister, dem Druck der Grünen nachzugeben und dem (nicht öffentlichen) Verwaltungsausschuss des Rates die Fällaktion zur Beschlussfassung vorzulegen, die von der Mehrheit dann auch abgenickt wurde.

Aktualisiert ( Sonntag, den 10. September 2017 um 12:30 Uhr )  

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