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Ein Mahnmal für Pawel Bryk

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Ein Mahnmal für Pawel Bryk

Die jahrelange Diskussion um die Erinnerung an den jungen polnischen Zwangsarbeiter Pawel Bryk kommt doch zu einem Ergebnis. Nachdem sich Wilhelm Bruns lange Zeit vergeblich um die Benennung einer Straße im Baugebiet Rosenmühlenbach nach dem von den Nazionalsozialisten ermordeten Bryk bemüht hatte, soll nun ein Denkmal vor dem Haus Bissendorf errichtet werden.

Die Einweihung findet am 19. 11. 2011 um 11 Uhr am Haus Bissendorf statt.

An wen und an welches Geschehen soll da erinnert werden?

Pawel Bryk wurde aus dem besetzten Polen 1939 von den Deutschen zur Zwangsarbeit nach Deutschland verschleppt. Er war damals 24 Jahre alt und teilte das Schicksal von mindestens 13 Millionen Menschen, die zur Zwangsarbeit aus den von der Wehrmacht besetzten Ländern nach Deutschland verschleppt wurden.
Diese (in der Regel sehr jungen) Menschen durften keine Freundschaften mit der deutschen Bevölkerung knüpfen, da dies im menschenverachtenden Weltbild der Nazionalsozialisten "Rassenschande" bedeutete. Die rassistische Ideologie der deutschen Faschisten erklärte die Menschen aus Osteuropa als nicht gleichwertig mit der deutschen Bevölkerung und verbot ihnen jeglichen Kontakt außerhalb der erzwungen Arbeit.
Pawel Bryk wurde beschuldigt, eine Freundschaft mit einer deutschen Frau zu unterhalten und wurde an die Gestapo denunziert. Er wurde daraufhin von dem Bissendorfer Gendarmeriewachtmeister festgenommen und am 19. November 1941 von der Gestapo in Holte auf grausame Weise erhängt.

Dr. Volker Issmer hat die Geschichte Bryks in seiner Studie über das Straflager für Zwangsarbeiter am Augustaschacht veröffentlicht. Manfred Staub vom Bissendorfer Heimatverein hat in zwei Aufsätzen im „Bistruper“ Heft Nr. 15 und im Heft Nr. 18 das Geschehen in Bissendorf recherchiert und ausführlich dargestellt. Es bedurfte jedoch noch des Engagements von Bissendorfer Schülern am GSG in Osnabrück, die sich mit einer Geschichtsarbeit an einem bundesweiten Wettbewerb beteiligten, um die Gemeinde zu veranlassen, mit einem Mahnmal an dieses schreckliche Geschehen zu erinnern.

Das Mahnmal ehrt Pawel Bryk als Opfer des menschenverachtenden Nationalsozialismus und will damit ein Zeichen setzen für Frieden und gegen alle Formen des Rassismus.

Weitere Informationen können unter den folgenden Webseiten gelesen werden:

http://www.heimatverein-bissendorf.de/ausblicke.htm

http://www.lvosl.de/unterrichtsmaterialien/zwangsarbeit/materialien/frauen/bsp_beziehungen.html

Kommentar von Wilhelm Bruns

Im Zusammenhang mit der Ermordung des Zwangsarbeiters Pawel Bryk und die Erinnerung an ihm, möchte ich folgendes bemerken: Dem längst verstorbenen Lehrer Rudolf Niehaus und seinem Schwiegersohn Thomas Grove gebührt die eigentliche Ehre, sich um die Aufklärung der Umstände der Ermordung Pawel Bryks und die bleibende Erinnerung an ihm, bemüht zu haben. Oberstudienrat Thomas Grove war es auch, der schon lange darauf drang, eine Erinnerungsstätte in irgendeiner Form für Pawel Bryk zu errichten. Manfred Staub, Vors. des Heimatvereins Bissendorf (im Heft "Bistruper") und Schüler von Thomas Grove stellten Nachforschungen an, um über die Umstände des Todes von Pawel Bryk aufzuklären. Selbst eine polnische Journalistin der Deutschen Welle in Köln las in der NOZ darüber und war aus diesem Grunde angereist. Ihr Sender berichtete über diese Begegung mit uns. Leider fielen unserer Bemühungen zunächst bei der Gemeinde nicht auf fruchtbarem Boden. Nunmehr scheint sich ein Wandel vollzogen zu haben. Leider wurde der Heimatverein, der immer Antreiber in dieser Sache gewesen war, zuletzt nicht mehr in die Planung der Erinnerungsstätte einbezogen. Totzdem freue ich mich, dass es nunmehr endlich so weit ist. Am Tatort selbst (Holter Berg) wäre ein zusätzlicher Gedenkstein auch nicht schlecht. Vielleicht findet sich noch mal ein Sponser.

Aktualisiert ( Sonntag, den 13. November 2011 um 22:27 Uhr )  

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