• Increase font size
  • Default font size
  • Decrease font size
Start Landwirtschaft Landwirtschaft GRÜNE werfen Landesregierung im Dioxin-Eier-Skandal schwere Versäumnisse vor

GRÜNE werfen Landesregierung im Dioxin-Eier-Skandal schwere Versäumnisse vor

E-Mail Drucken PDF

2. Januar 2011

Übernahme hoher NRW-Verbraucherschutz-Standards für Niedersachsen gefordert

Im Zusammenhang mit deutlich erhöhten Dioxinbelastungen in Eiern und Hühnerfleisch aus Betrieben, die von einem niedersächsischen Futtermittelhersteller beliefert wurden, haben die Landtagsgrünen ihre Kritik am "fahrlässigen Umgang" der Landesregierung mit dem Verbraucherschutz erneuert. "Die hiesigen Behörden haben das Problem tagelang verharmlost", sagte der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Christian Meyer am Sonntag (heute) in Hannover.

Noch vor wenigen Tagen hat das Agrarministerium den grünen Vorwurf, dass nicht nur das Futter, sondern auch die täglich verkauften 400.000 Eier aus den 20 belieferten Betrieben über dem Grenzwert belastet seien könnten, als "Quatsch" ausgeschlossen. Jetzt zeichne sich ein bundesweiter Giftskandal in Lebensmitteln ab. In Niedersachsen seien ein Handelsverbot und eine Rückrufaktion der potenziell belasteten Eier-Chargen seit Weihnachten überfällig.

"Es ist unverantwortlich, dass trotz des vorbeugenden Lieferstopps in Nordrhein-Westfalen in Hannover nicht reagiert wurde und über eine Woche weiterhin Eier der betroffenen Betriebe ungeprüft in den Handel gelangen und verzehrt werden konnten", sagte der Grünen-Politiker. Meyer sprach von "schweren Versäumnissen" im Verbraucherschutz. Gesundheitsgefährdungen durch krebserregendes Dioxin seien in Kauf genommen worden.

Er begrüßte die deutliche Kritik des NRW-Agrarministers an der niedersächsischen Landesregierung. "Die massive Grenzwertüberschreitung um teilweise das Vierfache stellt natürlich eine Gefahr für die Verbraucher dar", sagte Meyer. Dioxin sei als schon in kleinen Dosen wirksames Krebsgift bekannt, das vor allem mittel- und langfristige gesundheitliche Folgen habe.

Der Grünen-Politiker forderte die Übernahme der hohen, präventiven Verbraucherschutzstandards aus NRW für Niedersachsen. Es dürfe doch nicht abgewartet werden, bis es zu zusätzlichen Krebs-Erkrankungen durch die Dioxin-Eier komme, sagte Meyer. Die Abwiegelei und das Nichthandeln der Landesregierung in den letzten Tagen hätten gezeigt, dass auch nach dem Abgang von Frau Grotelüschen dem Verbraucherschutz immer noch nicht Vorrang vor der Agrarlobby eingeräumt wird.

Der Grünen-Politiker kündigte eine parlamentarische Initiative seiner Fraktion an, mit der aufgeklärt werden soll, warum Niedersachsens Behörden so spät reagieren.

Aktualisiert ( Samstag, den 08. Januar 2011 um 10:38 Uhr )  

Design by Kunstmartin / KM